Gerät und Angelpraxis – Glossar
15 Fachbegriffe zum Thema Gerät und Angelpraxis, kurz erklärt. Stand: .
- Vorfach
Dünneres Schnurstück zwischen Hauptschnur und Haken.
Das Vorfach ist meist etwas schwächer als die Hauptschnur. Reißt es, verliert man nur Haken und Vorfach, nicht die ganze Montage. Beim Hecht und anderen Raubfischen mit scharfen Zähnen ist ein bissfestes Vorfach aus Stahl oder Titan nötig.
- Stahlvorfach
Bissfestes Vorfach aus Stahldraht, das von den Zähnen des Hechts nicht durchgebissen werden kann.
Wo mit Hechten zu rechnen ist, gehört beim Angeln mit Köderfisch, Kunstköder oder Wurm ein Stahlvorfach an die Montage. Ein abgerissener Fisch mit Haken im Maul kann sonst verenden.
- Wirbel
Kleines Drehgelenk zwischen Schnur und Vorfach oder Köder, das ein Verdrallen der Schnur verhindert.
Wirbel gibt es mit und ohne Karabiner. Sie sind besonders bei drehenden Ködern wie Spinnern wichtig.
- Bremse auch: Rollenbremse
Einstellbarer Mechanismus an der Angelrolle, der Schnur unter Zug freigibt, bevor sie reißt.
Die Bremse wird so eingestellt, dass sie unterhalb der Tragkraft der schwächsten Stelle der Montage nachgibt. So kann ein großer Fisch Schnur nehmen, ohne dass sie reißt.
- Tragkraft
Zugkraft, bei der eine Schnur reißt, meist in Kilogramm angegeben.
Die angegebene Tragkraft gilt für die glatte Schnur. Jeder Knoten schwächt die Schnur. Deshalb sind gute Knoten wichtig, und Schnüre sollten regelmäßig erneuert werden.
- Monofile Schnur auch: Monofil
Angelschnur aus einem einzigen Kunststofffaden, meist aus Nylon.
Monofile Schnüre sind dehnbar und federn Fluchten ab. Sie altern durch Sonnenlicht und sollten regelmäßig gewechselt werden.
- Geflochtene Schnur auch: Geflecht
Angelschnur aus vielen miteinander verflochtenen Fasern, sehr reißfest und fast ohne Dehnung.
Wegen der geringen Dehnung überträgt sie Bisse sehr direkt. Bei gleicher Tragkraft ist sie viel dünner als monofile Schnur.
- Wurfgewicht
Gewichtsbereich von Ködern und Montagen, für den eine Angelrute ausgelegt ist.
Das Wurfgewicht steht meist auf dem Rutenblank, zum Beispiel 10–30 g. Zu schwere Köder können die Rute beim Wurf beschädigen.
- Unterfangkescher auch: Kescher
Netz mit Bügel und Stiel, mit dem gehakte Fische schonend aus dem Wasser gehoben werden.
Ein ausreichend großer Kescher mit knotenlosem, gummiertem Netz schont die Schleimhaut der Fische. Er ist an vielen Gewässern vorgeschrieben.
- Hakenlöser auch: Lösezange, Arterienklemme
Werkzeug, mit dem ein Haken schnell und schonend aus dem Fischmaul entfernt wird.
Ein Hakenlöser oder eine Lösezange gehört zur Pflichtausrüstung. Damit lässt sich auch ein tief sitzender Haken lösen, ohne den Fisch zu verletzen.
- Schwimmer auch: Pose
Bissanzeiger an der Schnur, der den Köder in einer bestimmten Tiefe hält und Bisse anzeigt.
Der Schwimmer wird mit Bleischroten so ausbebleit, dass nur seine Spitze aus dem Wasser ragt. So zeigt er schon vorsichtige Bisse an.
- Spinnfischen
Angelmethode, bei der ein künstlicher Köder geworfen und eingeholt wird, um einen Raubfisch zum Anbiss zu reizen.
Typische Köder sind Spinner, Blinker, Wobbler und Gummifische. Zielfische sind Hecht, Zander, Barsch, Forelle und Rapfen.
- Fliegenfischen
Angelmethode, bei der eine sehr leichte künstliche Fliege mit einer schweren Flugschnur geworfen wird.
Beim Fliegenfischen trägt das Gewicht der Schnur den Köder. Zielfische sind vor allem Forellen, Äschen und Saiblinge.
- Anhieb
Kurzer, kräftiger Ruck mit der Rute, mit dem nach einem Biss der Haken im Fischmaul gesetzt wird.
Ein zu später Anhieb kann dazu führen, dass der Fisch den Köder tief schluckt. Deshalb sollte die Montage beim Ansitz immer beobachtet werden.
- Drill
Kampf mit einem gehakten Fisch, bis er gelandet werden kann.
Ein guter Drill ist zügig, aber kontrolliert. Zu langer Drill erschöpft den Fisch und senkt seine Überlebenschance beim Zurücksetzen.