Fortpflanzung und Wanderung – Glossar

17 Fachbegriffe zum Thema Fortpflanzung und Wanderung, kurz erklärt. Stand: .

Laichzeit

Zeitraum im Jahr, in dem eine Fischart ablaicht, also Eier und Samen abgibt.

Die Laichzeit hängt von Wassertemperatur und Tageslänge ab. Winterlaicher wie Bachforelle und Rutte laichen bei kaltem Wasser, Frühjahrslaicher wie Hecht und Barsch im zeitigen Frühjahr, Sommerlaicher wie Karpfen und Schleie erst bei warmem Wasser.

Laich auch: Rogen, Milch

Fischeier (Rogen) und Fischsamen (Milch).

Den Rogen legen die weiblichen Fische ab, die Milch geben die männlichen Fische dazu. Bei den meisten Fischen findet die Befruchtung außerhalb des Körpers im Wasser statt.

Rogner

Weiblicher Fisch, der Rogen, also Eier, trägt.

Rogner sind bei vielen Arten größer als die Männchen, zum Beispiel beim Hecht. Zur Laichzeit ist ihr Bauch deutlich gewölbt.

Milchner

Männlicher Fisch, der Milch, also Fischsamen, abgibt.

Milchner erkennt man zur Laichzeit oft am Laichausschlag oder an einer kräftigeren Färbung.

Laichausschlag

Kleine weiße Hornknötchen, die vor allem männliche Karpfenfische zur Laichzeit an Kopf und Körper bekommen.

Der Laichausschlag ist keine Krankheit. Er verschwindet nach der Laichzeit wieder. Besonders deutlich ist er bei Brachse, Perlfisch und Nase.

Krautlaicher auch: phytophile Arten

Fische, die ihre klebrigen Eier an Wasserpflanzen ablegen, zum Beispiel Hecht, Karpfen, Schleie und Brachse.

Krautlaicher sind auf pflanzenreiche Flachwasserzonen und überschwemmte Wiesen angewiesen. Wo Ufer verbaut sind, fehlen ihnen die Laichplätze.

Kieslaicher auch: lithophile Arten

Fische, die ihre Eier in sauberen Kies legen, zum Beispiel Forelle, Äsche, Huchen, Barbe und Nase.

Die Eier entwickeln sich zwischen den Kieskörnern und brauchen gut durchströmten, sauerstoffreichen Kies. Verschlammt der Kies, ersticken sie. Salmoniden schlagen dafür eine Laichgrube.

Freiwasserlaicher auch: pelagophile Arten

Fische, deren Eier frei im Wasser schweben, zum Beispiel viele Meeresfische und manche Renken.

Freiwasserlaicher geben sehr viele, kleine Eier ab, die mit der Strömung treiben. Viele davon werden gefressen, deshalb ist die Eizahl hoch.

Brutpflege

Schutz von Eiern und Jungfischen durch die Elterntiere, etwa beim Zander, Waller, Stichling und der Mühlkoppe.

Meist bewacht das Männchen das Gelege, fächelt ihm frisches Wasser zu und verteidigt es gegen Laichräuber. Fische mit Brutpflege legen weniger Eier als Arten ohne Brutpflege.

Laichwanderung

Wanderung von Fischen zu ihren Laichplätzen, oft über weite Strecken.

Laichwanderungen unternehmen zum Beispiel Lachs, Meerforelle, Aal, Nase und Barbe. Wehre und Wasserkraftanlagen ohne Fischaufstiegsanlage unterbrechen diese Wanderwege.

Anadrom

Wanderfische, die im Meer leben und zum Laichen ins Süßwasser aufsteigen, zum Beispiel Lachs, Meerforelle, Maifisch und Flussneunauge.

Die Jungfische wachsen erst im Fluss heran und wandern dann ins Meer. Als erwachsene Tiere kehren sie in ihr Geburtsgewässer zurück.

Katadrom

Wanderfische, die im Süßwasser aufwachsen und zum Laichen ins Meer wandern. Bekanntestes Beispiel ist der Aal.

Der Aal wächst in Flüssen und Seen heran und wandert zum Laichen in die Sargassosee im Atlantik. Auch die Flunder wandert zum Laichen ins Meer.

Glasaal

Junger, noch durchsichtiger Aal, der von der Küste in die Flüsse aufsteigt.

Aus den Weidenblattlarven, die mit dem Golfstrom an die europäischen Küsten treiben, werden Glasaale. Im Süßwasser färben sie sich und heißen dann Steigaale und später Gelbaale.

Blankaal auch: Silberaal

Geschlechtsreifer Aal mit silbrigem Bauch und großen Augen, der zum Laichen ins Meer abwandert.

Vor der Abwanderung hört der Aal auf zu fressen, seine Augen werden größer und der Bauch silbrig. Gelbaal heißt dagegen der Aal während seiner Fresszeit im Süßwasser.

Querder

Augenlose Larve der Neunaugen, die mehrere Jahre im Sediment von Bächen und Flüssen lebt.

Der Querder filtert feine Nahrungsteilchen aus dem Wasser. Erst nach mehreren Jahren wandelt er sich zum erwachsenen Neunauge um.

Glochidien

Larven der Großmuscheln, die sich für einige Wochen an den Kiemen oder Flossen von Fischen festsetzen.

Ohne passende Wirtsfische können sich Großmuscheln nicht vermehren. Die Flussperlmuschel braucht zum Beispiel junge Bachforellen, die Bachmuschel unter anderem Elritze und Aitel.

Brütling auch: Dottersackbrut

Frisch geschlüpfter Fisch, der sich anfangs noch vom Dottersack ernährt.

Nach dem Schlupf zehren junge Fische einige Tage bis Wochen vom Dottervorrat. Danach beginnen sie, selbst Nahrung aufzunehmen, und heißen Brut.

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