Gewässerkunde – Glossar

22 Fachbegriffe zum Thema Gewässerkunde, kurz erklärt. Stand: .

Fischregionen auch: Gewässerregionen

Einteilung eines Fließgewässers von der Quelle bis zur Mündung nach seinen typischen Leitfischen.

Von der Quelle zur Mündung folgen Forellenregion, Äschenregion, Barbenregion, Brachsenregion und Kaulbarsch-Flunder-Region. Mit zunehmender Entfernung von der Quelle wird das Wasser wärmer, langsamer und sauerstoffärmer, und die Fischarten ändern sich.

Forellenregion

Oberster Abschnitt eines Fließgewässers mit kaltem, schnell fließendem, sauerstoffreichem Wasser.

Leitfisch ist die Bachforelle. Begleitfische sind Mühlkoppe, Bachschmerle, Elritze und Bachneunauge.

Äschenregion

Abschnitt eines Fließgewässers unterhalb der Forellenregion mit kühlem, schnell fließendem Wasser und Kiesgrund.

Leitfisch ist die Äsche. Typische Begleitfische sind Bachforelle, Huchen, Nase, Aitel und Hasel.

Barbenregion

Mittellauf eines Flusses mit mäßiger Strömung, wärmerem Wasser und Kies- oder Sandgrund.

Leitfisch ist die Barbe. Hier leben auch Nase, Aitel, Hasel, Rotauge, Hecht und Flussbarsch.

Brachsenregion

Langsam fließender, warmer Unterlauf mit schlammigem Grund und Pflanzen.

Leitfisch ist die Brachse. Typisch sind außerdem Karpfen, Schleie, Rotfeder, Hecht, Zander und Waller.

Kaulbarsch-Flunder-Region auch: Brackwasserregion

Mündungsbereich eines Flusses, in dem sich Süß- und Meerwasser mischen.

Hier leben Arten, die Brackwasser vertragen, zum Beispiel Kaulbarsch, Flunder, Stint und Aal.

Litoral auch: Uferzone

Uferbereich eines Sees, so tief wie Licht für Pflanzenwachstum bis zum Grund reicht.

Das Litoral ist die artenreichste Zone eines Sees. Hier liegen Schilfgürtel, Seerosen und Unterwasserpflanzen, die vielen Fischen als Laichplatz, Kinderstube und Versteck dienen.

Pelagial auch: Freiwasserzone

Freiwasserzone eines Sees abseits von Ufer und Grund.

Im Pelagial leben Plankton und Freiwasserfische wie Renken, Kleine Maränen und Lauben, die sich davon ernähren.

Profundal auch: Tiefenzone

Tiefenzone eines Sees, in die kein Licht mehr für Pflanzenwachstum gelangt.

Im Profundal werden abgestorbene Pflanzen und Tiere abgebaut. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. In nährstoffreichen Seen kann es dort im Sommer sauerstofffrei werden.

Sprungschicht auch: Thermokline, Metalimnion

Wasserschicht im geschichteten See, in der die Temperatur mit der Tiefe sprunghaft abnimmt.

Im Sommer erwärmt sich das Oberflächenwasser, das kalte, schwere Tiefenwasser bleibt unten. Dazwischen liegt die Sprungschicht. Sie trennt die beiden Schichten so stark, dass sich das Wasser erst im Herbst wieder durchmischt.

Vollzirkulation auch: Herbstzirkulation, Frühjahrszirkulation

Durchmischung des gesamten Seewassers im Frühjahr und Herbst, wenn das Wasser überall etwa gleich warm ist.

Wasser ist bei 4 °C am schwersten. Kühlt die Oberfläche im Herbst ab oder erwärmt sie sich im Frühjahr auf 4 °C, kann der Wind den ganzen See durchmischen. So gelangt Sauerstoff in die Tiefe und Nährstoffe gelangen nach oben.

Eutroph auch: nährstoffreich, Eutrophierung

Nährstoffreich. Eutrophe Gewässer haben viel Plankton, trübes Wasser und oft Sauerstoffmangel in der Tiefe.

Typische Fische eutropher Seen sind Brachse, Karpfen, Schleie und Zander. Zu viele Nährstoffe aus Landwirtschaft und Abwasser führen zur Eutrophierung, also zur Überdüngung eines Gewässers.

Oligotroph auch: nährstoffarm

Nährstoffarm. Oligotrophe Seen haben klares Wasser und viel Sauerstoff bis in die Tiefe.

Typische Fische oligotropher Seen sind Seesaibling, Seeforelle und Renken. Viele Alpen- und Voralpenseen sind oligotroph.

Plankton auch: Phytoplankton, Zooplankton

Kleine, im Wasser schwebende Lebewesen. Pflanzliches Plankton sind Algen, tierisches Plankton sind zum Beispiel Wasserflöhe und Hüpferlinge.

Plankton ist die Grundlage der Nahrungskette im Gewässer. Viele Jungfische und Freiwasserfische ernähren sich davon.

Sauerstoffgehalt

Menge des im Wasser gelösten Sauerstoffs, angegeben in Milligramm pro Liter.

Kaltes Wasser kann mehr Sauerstoff lösen als warmes. Forellen brauchen viel Sauerstoff, Karpfen und Schleien vertragen weniger. Bei Hitze, nachts und unter Eis kann der Sauerstoff knapp werden und ein Fischsterben auslösen.

pH-Wert

Maß dafür, wie sauer oder basisch Wasser ist. Für die meisten Fische ist ein Wert zwischen etwa 6,5 und 8,5 günstig.

Bei sehr niedrigem pH-Wert, etwa durch sauren Regen, oder sehr hohem pH-Wert bei starkem Algenwachstum werden Fische geschädigt. Hohe pH-Werte sind besonders gefährlich, weil dann giftiges Ammoniak entsteht.

Durchgängigkeit auch: Fischaufstiegsanlage, Fischtreppe

Möglichkeit für Fische und andere Wassertiere, ein Fließgewässer flussauf- und flussabwärts zu durchwandern.

Wehre, Abstürze und Wasserkraftanlagen versperren den Weg. Fischaufstiegsanlagen wie Fischtreppen, Umgehungsgerinne oder raue Rampen stellen die Durchgängigkeit wieder her.

Kolk

Vertiefung im Flussbett, die durch die Strömung ausgespült wird, etwa hinter Steinen, unter Wehren oder in Außenkurven.

Kolke sind wichtige Unterstände und Ruheplätze für Fische, besonders bei Niedrigwasser oder Hitze.

Gumpe

Kleines, tieferes Becken in einem Bach, oft unterhalb eines Absturzes.

In Gumpen finden Forellen und andere Bachfische Schutz und tieferes, kühleres Wasser.

Totholz

Abgestorbene Bäume und Äste im Gewässer, die wichtige Lebensräume bieten.

Totholz bremst die Strömung, schafft Verstecke und Nahrungsflächen für Kleintiere und Fische. Es ist für naturnahe Fließgewässer sehr wertvoll.

Fischnährtiere auch: Makrozoobenthos

Kleintiere im Gewässer, die Fischen als Nahrung dienen, etwa Insektenlarven, Bachflohkrebse, Schnecken und Würmer.

Viele Fischnährtiere sind auch Zeiger für die Wasserqualität. Steinfliegenlarven kommen nur in sauberem, sauerstoffreichem Wasser vor, rote Zuckmückenlarven auch in belastetem Wasser.

Gewässergüte auch: Wasserqualität, Saprobie

Bewertung, wie stark ein Gewässer durch abbaubare Stoffe belastet ist.

Die Gewässergüte wird unter anderem anhand der Kleintiere im Gewässer bestimmt. Saubere Bäche erkennt man an Steinfliegen-, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven.

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