Körperbau der Fische – Glossar

14 Fachbegriffe zum Thema Körperbau der Fische, kurz erklärt. Stand: .

Seitenlinie auch: Seitenlinienorgan

Sinnesorgan an den Körperseiten der Fische, das Wasserbewegungen und Druckwellen wahrnimmt.

Die Seitenlinie besteht aus einem Kanal unter der Haut mit Sinneszellen. Über Poren in den Schuppen steht er mit dem Wasser in Verbindung. So spüren Fische Strömung, Hindernisse, Beute und Feinde auch im Dunkeln oder in trübem Wasser. Bei manchen Arten wie dem Moderlieschen ist die Seitenlinie unvollständig.

Fettflosse

Kleine, strahlenlose Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Sie kommt bei Lachsfischen, Stinten und Welsartigen wie dem Zwergwels vor.

Die Fettflosse hat keine Flossenstrahlen. Sie ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal: Forellen, Saiblinge, Äschen, Renken, Stinte und der Zwergwels haben eine, Karpfenfische und der Waller nicht.

Barteln auch: Bartfäden

Fadenförmige Anhänge am Maul mancher Fische, mit denen sie tasten und schmecken.

Barteln tragen Tast- und Geschmackssinneszellen und helfen bei der Nahrungssuche am Grund. Ihre Zahl ist ein gutes Bestimmungsmerkmal: Karpfen und Barbe haben vier, Gründling und Schleie zwei, Waller sechs, Zwergwels acht, Rutte eine.

Schlundzähne

Zähne im Schlund der Karpfenfische, mit denen sie die Nahrung zerkleinern. Im Maul haben Karpfenfische keine Zähne.

Schlundzähne sitzen auf den umgebildeten letzten Kiemenbögen und arbeiten gegen eine Hornplatte. Form und Anzahl sind für jede Karpfenfischart typisch und dienen Fachleuten zur sicheren Bestimmung.

Schwimmblase

Gasgefüllter Hohlraum im Körper vieler Fische, mit dem sie ihren Auftrieb regeln und in jeder Wassertiefe schweben.

Bei Physostomen ist die Schwimmblase über einen Gang mit dem Darm verbunden, bei Physoklisten ist sie geschlossen. Grundfische wie die Mühlkoppe haben keine Schwimmblase. Bei Karpfenfischen ist die Schwimmblase zweikammerig.

Physostomen auch: Offenblasen

Fische, deren Schwimmblase durch einen Luftgang mit dem Darm verbunden ist, zum Beispiel Karpfen, Hecht, Forelle und Aal.

Physostomen können Luft an der Oberfläche schlucken oder Gas über den Luftgang abgeben. Deshalb vertragen sie ein schnelles Hochziehen aus der Tiefe besser als Physoklisten.

Physoklisten auch: Geschlossenblasen

Fische mit geschlossener Schwimmblase, deren Gasfüllung nur langsam über das Blut geregelt wird, zum Beispiel Barsch, Zander und Dorsch.

Wird ein Physoklist schnell aus großer Tiefe gezogen, dehnt sich das Gas in der Schwimmblase aus. Der Fisch kann dann nicht mehr abtauchen, manchmal tritt der Magen aus dem Maul. Solche Fische überleben ein Zurücksetzen oft nicht.

Kiemen

Atmungsorgane der Fische, mit denen sie den im Wasser gelösten Sauerstoff aufnehmen.

Die Kiemen liegen geschützt unter den Kiemendeckeln. Jeder Kiemenbogen trägt feine, gut durchblutete Kiemenblättchen. Die Kiemenreusen auf der Innenseite halten Nahrung zurück. Kiemen sind sehr empfindlich und dürfen beim Abhaken nicht berührt werden.

Schuppen auch: Rundschuppen, Kammschuppen, Ganoidschuppen

Dünne Knochenplättchen in der Haut der meisten Fische, die den Körper schützen.

Rundschuppen haben einen glatten Hinterrand, zum Beispiel bei Karpfenfischen und Forellen. Kammschuppen haben feine Zähnchen am Hinterrand und fühlen sich rau an, zum Beispiel beim Barsch. Störe tragen statt Schuppen Knochenschilde. Aus den Jahresringen der Schuppen lässt sich das Alter eines Fisches ablesen.

Schleimhaut

Schützende Schleimschicht auf der Haut der Fische, die Krankheitserreger und Parasiten abwehrt.

Wird die Schleimhaut verletzt, können Pilze und Bakterien eindringen. Deshalb fasst man Fische, die zurückgesetzt werden, nur mit nassen Händen an und legt sie nicht auf trockenen Boden.

Maulstellung auch: oberständig, endständig, unterständig

Lage des Mauls am Kopf, ein wichtiges Bestimmungsmerkmal: oberständig, endständig oder unterständig.

Ein oberständiges Maul öffnet sich nach oben, typisch für Fische, die an der Oberfläche fressen, etwa Rotfeder, Laube und Schied. Ein endständiges Maul liegt vorn in der Kopfspitze, wie bei Forelle, Hecht und Aitel. Ein unterständiges Maul öffnet sich nach unten, typisch für Grundfresser wie Barbe, Nase und Brachse.

Bauchflossenstellung auch: bauchständig, brustständig, kehlständig

Lage der Bauchflossen am Körper, ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.

Bei bauchständigen Bauchflossen sitzen diese weit hinten am Bauch, wie bei Karpfenfischen und Forellen. Bei brustständigen Bauchflossen sitzen sie unter den Brustflossen, wie bei Barsch und Zander. Kehlständige Bauchflossen sitzen vor den Brustflossen, wie bei Rutte und Dorsch.

Flossensaum

Durchgehende Flosse, in der Rücken-, Schwanz- und Afterflosse zu einem Saum verschmolzen sind, etwa beim Aal.

Der Aal hat einen Flossensaum, aber keine Bauchflossen. Auch Neunaugen haben einen Flossensaum, aber weder Brust- noch Bauchflossen.

Rundmäuler auch: Neunaugen

Urtümliche, fischähnliche Wirbeltiere ohne Kiefer. Zu ihnen gehören die Neunaugen.

Rundmäuler haben ein rundes Saugmaul mit Hornzähnen, ein Knorpelskelett und je Körperseite sieben Kiemenöffnungen. Der Name Neunauge kommt daher, dass man Auge, Nasenöffnung und sieben Kiemenöffnungen zusammen als neun Augen zählte.

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